Da ich momentan dabei bin an meinem Master Studium zu pfeilen, bewege ich mich hauptsächlich zwischen Hochschule und Mensa. Dann zu Hause angekommen ist die Lust zu kochen leider auch nicht mehr so groß, zumal meine derzeitige Küche auch nicht wirklich geräumig ist und deshalb nicht gerade zum austoben einlädt. Allerdings gibt es in Hamburg, alle Jahre wieder, Restaurantsvorschläge unter dem Motto Gans(z) Weihnachtlich die allesamt Weihnachtsmenüs anbieten.  Also haben eine gute Freundin und ich beschlossen, dass das genau das Richtige für uns ist.

Hübsch gelegen, hinter einer Efeu-Hecke liegt das Landhaus Dill auf der Elbchaussee in Hamburg. Sicherlich kann man hier auch im Sommer gemütlich ein oder zwei Bierchen zischen. Drinnen wird man durchaus nett begrüßt, allerdings wirkt das Ambiente ein wenig altbacken, was man natürlich auch als „ländlichen Charme“ auslegen kann. Modern war es jedenfalls nicht.

Als Amuse Bouche gab es eine Gänseleberpastete, die durchaus schmackhaft war.

Die Vorspeise des Menüs, Gebratene Hirschrückenscheiben, Salate mit Nüssen und Weintrauben und Preiselbeerschaum, war in Ordnung. Die Hirschrückenscheiben mit dem Preiselbeerschaum waren hervorragend, das Fleisch war sehr zart und hat sehr gut mit den Preiselbeeren harmoniert. Leider war der Salat enttäuschent, da dieser nicht frisch zubereitet wurde, sondern höchstwahrscheinlich schon seit geraumer Zeit im Dressing gebadet hat und dadurch sehr labberig war, ein Fehler der eigentlich sehr simpel zu vermeiden wäre. Auch gab es keine Weintrauben zum Salat, welche ich allerdings während des Essens nicht vermisst habe, man sollte aber generell schon das servieren was auf der Karte steht.

Das Hauptgericht, Krosse Mastgans mit Quitten-Rotkohl, Maronen in Portwein gedünstet, eigener Sauce und Quark-Kartoffelkloß, war sehr gut. Die Gans war kross, das Fleisch war aber nicht trocken und die Beilagen waren sehr lecker, insbesondere die in Portwein gedünsteten Maronen. Definitiv nicht nur ein Augenschmauss!

Als Nachspeise gab es dann Mangosorbet mit Prosecco aufgefüllt, welches ich mir ein wenig spektakulärer vorgestellt hätte und mich doch gefragt habe ob ich nicht hätte ein anderes Dessert hätte bestellen sollen. Geschmacklich war es durchaus in Ordnung, hätte aber durchaus netter angerichtet sein können.

Wie war es nun im Landhaus Dill? Das Essen war gut, insbesondere das Hauptgericht hat Eindruck hinterlassen, die Bedienung war nett, der Chef allerdings ein wenig merkwürdig, aber nicht störend sondern durchaus aufmerksam und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Ein Drei-Gänge-Weihnachtsmenü für 27,50 Euro, da kann man wahrlich nicht meckern. Bis zum 23.12. kann man das Menü noch im Landhaus Dill genießen, welches ich ohne Skrupel weiterempfehlen kann. Guten Appetit!

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Letze Woche bin ich nach München gefahren um meine Tante, meinen Onkel und meine Oma zu besuchen, das war eigentlich auch schon lange überfällig. In der kurzen Zeit die ich da war bin ich zweimal im Restaurant Cipolla D’oro, was übersetzt die goldene Zwiebel bedeutet, essen gewesen. Nach dem ersten Mal war klar: Es muss eine Lobeshymne her.

Schon bei betreten des Lokals wird man von Alan-Alessandro Gerardi begrüßt wie ein alter Freund und schwuppsdiwupps ist auch schon die erste Flasche Wein offen, auch mittags wohlgemerkt, denn im Cipolla D’oro gibt es keine leeren Gläser, dank sehr aufmerksamen Service. Küchenchef ist Umberto Bressanin, an dessen Küche es nichts zu bemäkeln gibt. Die Portionen machen satt, aber man überfrisst sich nicht an ihnen. Da passt auch mittags schon ein Dessert. Wer allerdings erwartet Pizza und Spaghetti Bolognese zu essen, der wird enttäuscht sein, denn 0815 italienische Küche wird er hier nicht finden.

Wir hatten als Vorspeise in Mohnbutter geschwenkte, mit roter Beete gefüllte, Ravioli. Auch die letzten Reste auf dem Teller wurden mit Hilfe von Brot geleert.

Als Hauptgericht gab es Drachenkopf auf einer Tomaten-Oliven Soße. Der Fisch als Ganzes ist ja eigentlich eher unansehnlich. Dafür hat es umso besser geschmeckt und auch hier kam das Brot wieder zu Einsatz um den Teller komplett leer zu räumen.

Als Dessert haben wir dann ein Erdbeertiramisu bekommen, ohne Worte. Omas Bewertung zu dem Menü war jedenfalls eindeutig: „Das ist besser als Essen auf Rädern!“

Leider schließt das Cipolla D’oro innerhalb der nächsten zwei Wochen seine Pforten, also nichts wie hin und ausprobieren bevor es zu spät ist.